Die Kleine in mir

Wenn wir beginnen zu heilen, ist nicht immer alles gut.

Wenn wir beginnen zu heilen, spüren wir alte Verletzungen.

Schmerzen, die unterdrückt waren, Ängste, die zu unserem jüngeren Ich gehören.

Doch die Kleine in Dir, ist immer noch da, der Kleine in Dir fühlt immer noch so.

Der Teenager in Dir vermisst immer noch den Halt und die junge Frau trägt immer noch die Scham.

Wenn wir heilen, begegnen wir unserem Sein und all den Prägungen und Gefühlen.

Lass die Gefühle da sein. Erlaube Deinem inneren Kind, genau so da zu sein.

Genau so.

Erlaube der Wut, erlaube dem Schmerz, der Traurigkeit – hier zu sein.

Erkenne, wo der Startpunkt dieses Fühlens begann.

Betrachte Deine Kleine liebevoll, nehme Deinen Kleinen in Deine Arme.

Streiche ihr, streiche ihm liebevoll über die Haare, und umarme das Kind in Dir.

Lasse das Schluchzen zu. Lasse den Trotz zu. Das Weinen und Schreien.

Lange wurdest Du nicht gesehen. Zu lange.

Jetzt ist die Zeit gekommen – um zu erkennen.

Du bist nicht schuld.

Du bist nicht verantwortlich.

Du bist die Kleine.

Du bist der Kleine.

Du kannst nichts dafür…

Du konntest nichts tun, damit es besser wurde.

Du bist der Kleine.

Du bist die Kleine.

Du bist – Das Kind.

Du darfst sagen:

Papa, ich hätte Dich gebraucht.

Mama, ich hätte Dich gebraucht.

Ihr hättet mich beschützen sollen.

Ihr hättet mir Halt geben sollen.

Ich hätte euch gebraucht.

Ich hätte Liebe gebraucht.

Ich hätte Sicherheit gebraucht.

Stattdessen habe ich gesorgt, habe verändert, bin leiser geworden, bin lauter geworden, bin so geworden, wie es für mich am sichersten war…ich bin  – schnell erwachsen geworden.

Stattdessen habe ich vertuscht, abgemildert, gelacht.

Stattdessen wurde ich stark, wurde ich trotzig, wurde ich groß. – größer als ihr.

Stattdessen baute ich Mauern.

Verließ Menschen, sobald sie mich erinnerten.

Und die größte Mauer baute ich – um mein Herz.

Diese Mauer darf nun einreißen – und es macht mir Angst.

Ich kenne es nicht.

Dieses Gefühl – verletzbar zu sein.

Klein zu sein.

Ja -ich heile.

Und es fühlt sich schwer an, es fühlt sich fremd an.

Doch ich weiß.

Ich mache das für mich.

Ich weiß – morgen wird es schon wieder besser sein – anders sein.

Neue Vernetzungen -neue Neuronen.

Ja – es ist ungewohnt.

Doch die Klarheit tut gut.

Noch einmal drüber schlafen – und erkennen.

Auch mit diesen Narben.

Bin Ich gut.

Bin ich geliebt.

Bin ich geborgen.

AHO