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What have I done…

Warum machen wir Menschen eigentlich Dinge, die wir im Grunde gar nicht wollen?
Warum entscheiden wir uns in manchen Bereichen zu Handlungen, die wir – vielleicht im Nachhinein bereuen?

Manchmal handeln wir Menschen aus einem Mangel heraus.
Aus einem Mangel heraus, der uns, vielleicht seit Kindheitstagen begleitet.

Aus einem Mangel heraus und dem Gefühl, nicht genug Liebe erhalten zu haben.
Aus dem Gefühl, nie wirklich gesehen worden zu sein, benachteiligt worden zu sein.
Manchmal können wir es uns nicht erklären, doch wir sehnen uns nach Geborgenheit, nach mehr (Körper) Kontakt, mehr Zuspruch.
Wir sehnen uns danach, wirklich gesehen, geliebt und in den Arm genommen zu werden.

Manchmal verstehen wir nicht woher und warum dieser Gedanke überhaupt kommt, ein anderes Mal erkennen wir immer wieder die gleichen Muster, die wir immer und immer wiederholen.

Und manchmal haben wir gar keine Probleme mit uns selbst, mit anderen oder wüssten auch nichts von unterdrückten Themen.
Wir fühlen uns ausgeglichen, „normal“ und entspannt…und dann ertappen wir uns dabei, etwas zu denken, zu fühlen…wir bemerken, dass wir uns nicht gesehen fühlen, nicht (genug) geliebt fühlen und wir wünschen uns jemanden, der uns einfach nur in den Arm nimmt.
Wir wünschen uns Schutz, Verständnis und Trost…
Wir wünschen uns wahrhaftig geliebt zu werden.
Ich erlebe in der Praxis immer wieder Situationen, die hochgespült werden, die hochgespült werden, wenn wir uns mit unseren tiefsten Schatten beschäftigen, Schatten, die in unsere früheste Kindheit reichen.
Oftmals führen die Themen sogar zu Punkten, die wir schon lange „vergessen“ haben, nicht beachtet haben oder sogar, als nicht wichtig abgelegt haben.

Es können einerseits Situationen sein, in denen wir Verlustängste entwickelt haben, in denen wir unsanft behandelt worden sind, verlassen worden sind – es können aber auch Situationen gewesen sein, die wir gar nicht mehr auf dem Schirm haben. Situationen, die eine schwierige Geburt unserer Mutter beschreiben, die eine Schocksituation in der Schwangerschaft beschreiben.
Die Angst unserer Mutter während der Schwangerschaft, die sich für uns als Baby, wie Ablehnung anfühlte.
Oder die Zeit, in der wir direkt nach der Geburt getrennt von unserer Mutter sein mussten.
Aus gesundheitlichen oder einer Notsituation heraus.
Wir kamen aus einem geschützten Bereich, aus einer warmen, wohligen Umgebung heraus.

Und nun sind wir allein.
Wir fühlen uns verlassen.

Wir als Seele, als Mensch, bemerkten alles, was um uns herum geschah.
All die Gespräche, die für uns als Gefühle in den Bauch gelangten, all die Sorgen, die wir unbewusst fühlten, all die Trauer, die unsere Mutter fühlte…ging uns sprichwörtlich ins Blut über.

Wenn dann noch eine bestätigende Situation in der Zeit nach der Geburt folgte, war unser Gefühl, nicht erwünscht zu sein, komplett.
Wir verstanden nicht, warum wir nun alleine liegen mussten, wir verstanden nicht, dass Babies damals nicht besucht werden durften und die Eltern wegfahren mussten. Wir verstanden nicht, dass man es früher für wichtiger hielt Trockenmilch zu füttern, anstatt der Natur ihren Raum zu geben und das Stillen zu unterstützen.
Nein, wir verstanden es nicht, als man den Eltern riet die Kinder schreien zu lassen, weil das ja die Lungen stärken würde.

Wir verstanden nicht, dass sich unsere Eltern ums Geld sorgten, um die Zukunft und so kaum Zeit für uns hatten.
Wir verstanden nicht, dass ein Indianer nicht weinen sollte, obwohl es gerade in den Urvölkern wichtig war seine Gefühle zu zeigen.
Nein und wir verstanden nicht, warum unsere Eltern uns die Liebe nicht zeigen konnten, weil – sie es eben niemals so gelernt hatten.

Nein, wir verstanden es nicht – wir haben – gefühlt.

Und dieses Gefühl begleitet uns – bis heute.

Und manchmal haben wir Situationen, in denen wir uns in genau diesem Gefühl wiederfinden.

Wir fühlen uns ungeliebt, und suchen die Liebe.
Wir fühlen uns ungesehen – und suchen Aufmerksamkeit.
Wir fühlen uns allein- und suchen jemanden, der da ist.
Wir fühlen uns allein- und suchen Halt.

Meistens suchen wir ihn dann in einem Menschen, der uns begegnet.
Und wenn uns dieser Mensch es nicht geben kann suchen wir…immer noch.
Wir erhoffen uns die Liebe, die Zuwendung, den Halt,
Wir suchen Trost im Gegenüber – ohne zu erkennen, dass nur wir es sind, die Trost spenden können.

Weißt Du? unsere Kinderseele spricht, aus dem was wir tun.
Aus dem, wie wir handeln…

Es ist nicht genug, ich bin nicht genug…da fehlt noch etwas…ich brauche noch…

Manchmal möchten wir einfach nur gesehen werden.
Wir möchten eine Bestätigung, eine Belohnung, ein Lob.
Wir möchten genau von dieser Quelle endlich die Bestätigung, die Heilung, den Trost.

Wir möchten gesehen werden
Gehalten werden.
Und doch liegt die wichtigste Heilung in uns selbst.

Um nicht immer wieder im Karussell der Gefühle stecken zu bleiben.

Wir alle sind mit unserem inneren Kind verbunden und heilen es bis heute immer noch.
Jeder auf seine Weise.

Nun
Wenn Du gerade das Gefühl hast, dass Dich keiner versteht…
Wenn Du das Gefühl hast, zu wenig zu haben.
Wenn Du das Gefühl hast, nicht genug zu sein.
Wenn Du das Gefühl hast, nicht geliebt zu sein.

Frage Dich, in welcher Situation meines Lebens habe ich zum ersten Mal genau SO gefühlt?
Wo hat sich dieses Gefühl wiederholt?
Und wo lebe ich dieses Gefühl immer noch?
Frag Dich

Es ist Zeit Dir selbst zu begegnen…