You are not alone

Manchmal fällt es uns schwer, Verstorbene loszulassen.

Oft denken wir daran, was wir alles noch hätten gemeinsam tun können.

Oft sehnen wir uns danach, nur noch einen einzigen Tag mit diesem Menschen verbringen zu können.

Wir möchten ihnen sagen, dass wir sie lieb haben, dass uns verschiedene Dinge leid tun.

Wir möchten sie in den Arm nehmen, sie aufziehen, knuffen, und mit ihnen lachen, wie wir es doch immer getan haben.

Aber jetzt – jetzt geht es doch nicht mehr…

Jetzt ist die Zeit vorbei…

Viel zu schnell…viel zu früh…und ohne, dass wir uns verabschieden konnten.

Weißt Du, unsere Lieben sind nicht fort.

Sie sind wahrlich ganz nah bei Dir.

Gerade jetzt…gerade hier, wo Du dieses Lied eingeschaltet hast, Gerade jetzt, wo Du diese Zeilen liest…mit den Erinnerungen in Deinem Herzen.

Weißt Du, gerade in diesem Moment ist die Verbindung spürbar – nah – und Du spürst, dass es wahr ist.

Ein leichter Luftzug, eine Träne, ein Satz – der Dir durch den Kopf geht stellt die Verbindung her.

Bleibe offen, bleibe im Vertrauen – nur eine dünner Vorhang trennt uns.

Danach geht es weiter…wenn unsere Zeit gekommen ist…

….wenn unsere Zeit gekommen ist…

Wirst Du sehen – ich war immer bei Dir.

You are not alone.

Don´t set yourself on fire to keep other people warm…

Don´t set yourself on fire to keep other people warm.

Diesen wertvollen Satz las ich gerade bei Instagram und ich finde ihn sehr ausdrucksstark.

Ich glaube fast jeder von uns hat einmal so eine Situation gehabt, in der wir uns für jemand anderen so richtig eingesetzt haben.

Sei es aus Freundschaft, aus Liebe, aus Mitgefühl, aus der Erziehung oder der Nächstenliebe heraus.

Fast jeder von uns hatte dann das Gefühl, den anderen unterstützen zu wollen, mitziehen zu wollen, helfen zu wollen.

Vielleicht wurdest Du um Hilfe gebeten, vielleicht hast Du von Dir aus geholfen und ja, vielleicht hast Du sogar ungefragt geholfen.

Vielleicht gab es einen Punkt, der für beide Seiten wertvoll war und notwendig und mit Sicherheit folgte daraus auch Dankbarkeit.

Denn – Nicht für jeden von uns ist es einfach, Hilfe anzunehmen.

Ja und vielleicht – nein – mit Sicherheit – war dies ein wichtiger Schritt für Euch beide.

Wir sind soziale Wesen und brauchen einander.

Doch die Kunst darin besteht, zu bemerken, wann es gut ist.

Wenn Grenzen nicht eingehalten werden – von beiden Seiten wohlgemerkt, entsteht oftmals ein ungutes Gefühl.

Wenn wir nicht rechtzeitig loslassen, nehmen wir dem anderen, die Freiheit Erlerntes umzusetzen.

Wir nehmen ihm die Möglichkeit zu fliegen, selbst zu laufen und die Bestätigung der eigenen Kraft zu spüren.

Wenn wir zu lange festhalten – kann es sein, dass ein unguter Bruch entsteht.

Sei es aus Neid, aus Verletztheit, aus Mangelgefühlen.

Oder, derjenige fühlt sich überfordert, bemuttert und letzten Endes bevormundet.

Wenn wir nicht rechtzeitig loslassen – kann es komisch werden und unangenehm.

Wir, die helfen möchten, haben eine Art Verstrickung, einen Anker ausgeworfen.

Ja, wir haben geholfen und das war gut – doch – so wie wir auch unsere Kinder loslassen dürfen, sollten wir es auch mit Menschen tun, die kurzfristig unsere Hilfe benötigten.

Nicht immer müssen wir uns vergewissern, überprüfen, daran hängen…

Wir sollten nicht ungefragt nachlegen, anbieten, überstülpen.

Und auch wir, die Hilfe angenommen haben, sollten dann auch zu dem Zeitpunkt, an dem wir wieder stehen, loslassen können.

Wir dürfen uns trauen, wieder aufzustehen, ja und dankbar dafür sein, dass wir niemals fallen werden, da wir wissen, wenn es nicht mehr gehen sollte – ist jemand da.

Verstehe mich nicht falsch – wir helfen einander und das aus vollem Herzen.

Doch achte dabei auf Dich.

Wenn wir den Bereich überschreiten, beginnen wir irgendwann das innere Feuerholz zu verbrennen, die Reserven – und wir tun dies aus Liebe, aus Wertschätzung und aus voller Seele.

Und wenn wir dies tun, bemerken wir oft nicht, dass wir unsere Kraft gerade verschenken.

Wir bemerken es erst – wenn die Abkühlung folgt, wenn die Grenzen überschritten wurden, auch von uns selbst. Wenn das Schicksal oder der Lebensplan uns dann zeigt, dass es nun gut ist.

Und in den seltensten Fällen fühlt es sich dann noch gut an.

Das Leben strebt nach Ausgleich, nach Harmonie.

Mal sind wir stark und dann auch schwach -unser Ziel sollte die Mitte sein.

In diesem Sinne, wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende.

Eure Bettina

Traurigkeit

Traurigkeit

Leise und verdeckt

Liegt sie unter Deinem Herzen

Verdeckt unter Träumen

unter Deinem Lachen

Tränen, die einst kamen, um Dich zu berühren

Doch ungeweint schon bald zu Deinem Körper wurden.

Schmerzhaft, dunkel und schwer.

Sie kamen um Dich zu berühren, um zu heilen.

Doch –

Nun –

Eingebettet und gefangen unter dem Mantel deines Schutzes.

Machen Sie Dich schwer

Liebes – komm und weine Deine Trauer…

Komm zu mir…

Weine…es gibt hier nur Dich und mich

Die Traurigkeit.

Sie ist da – um Dich zu heilen…

Weine…

Lasse los…

Schau…

Sie nimmt Dich in den Arm., sie wärmt Dich mit dem Mantel aus wahrer Tiefe und Befreiung

Verstecke Dich nicht

Verberge keineTräne.

Lass sie fließen…

lass nur los…

Jetzt – Hier –

…tut das gut…

(c) Bettina Tepasse (2020)

Zentrum für Persönlichkeitentwicklung, Entspannung und seelische Gesundheit