Kontrolle – ein blockierender Begleiter

Die Kontrolle abgeben…

Puhhh.

Wer ich?

Nee lass mal,

wenn ich das nicht mache wird das nix.

Erkennst Du Dich wieder?

Wir kontrollieren was zu kontrollieren ist, darin sind wir gut.

Wir planen, organisieren, wir nehmen das Ruder in die Hand – damit fühlen wir uns gut.

Und wenn wir es nicht direkt kontrollieren können, dann, ja dann müssen wir den Weg bis dahin wenigsten ordnen und Unterweisungen geben…richtig?

Nix läuft ohne mich – nun und wir haben ja die Erfahrungen gemacht; wenn wir nicht kontrollieren, funktioniert hier gar nix.

Nun und das Ergebnis darin ist meistens das, was wir erwarten.

Doch –

Wie wäre es mal, nur heute, wenn Du die Kontrolle mal ein klein wenig abgibst?

Nur einen kleinen Teil.

Kannst Du Dir vorstellen, nur heute einmal Dir und jemand anderem etwas Freiheit und vor allen Dingen Vertrauen zu schenken?

Kannst Du Dir vorstellen, dass es für Dich auch einmal gut sein kann, Kontrolle loszulassen?

Dass Du zwar den ersten Impuls nimmst, dann aber loslässt?

Manchmal tut es gut, etwas nicht machen zu müssen, manchmal tut es gut anderer Menschen Sichtweisen anzuschauen, manchmal tut es gut die Einzigartigkeit der Menschen wirken zu lassen.

Andere Menschen und deren Farben wirken zu lassen.

So ein Ausflug in die Kreativität kann befruchten, kann Impulse und ein wenig Abwechslung hereinbringen.

Wir lernen voneinander.

Wir wachsen durch Sozialverhalten, fühlen uns sicher durch Vertrauen, durch Mithilfe, durch die Geborgenheit eines anderen.

Kontrollzwang entsteht durch mangelndes Vertrauen, durch schlechte Erfahrungen, durch Prägungen, durch Angst, nicht gut genug zu sein…es gíbt unzählige Gründe.

Doch wie wäre es, der Angst, mit Vertrauen zu begegnen?

Wie wäre es, der Kleinen, dem Kleinen in mir sagen zu können – hey, ich mach das schon für Dich.

Wie wäre es heute sagen zu dürfen, Du musst das nicht tun, heute übernimmt den Rucksack jemand anderer.

Wie wäre es, wenn Du Dir selbst sagen kannst, hier bin ich sicher – es ist alles gut.

Wie wäre es, wenn Du Dir selbst sagen wirst – mache Dir keine Sorgen – es ist für Dich gesorgt…

Erkennst Du gerade ewig alte Prägungen?

Heute als Erwachsener erkennst Du die Ursprünge.

Heute könntest Du etwas daran tun.

Heute könntest Du alten Prägungen zeigen, dass es anders geht…

Der Beginn liegt darin, zu erkennen, dass ich gerade jetzt diese alten Muster füttere –

und das gibt uns nun die Chance loszulassen.

Die Gefahr ist vorüber – Du bist da, wo Du bist.

Du bist save.

Probiere für einen Tag, das Vertrauen zu Dir kommen zu lassen.

Gib einen kleinen Part frei, damit sich etwas anderes zeigen kann.

Und je entspannter wir diesen Part zulassen, umso entkrampfter entsteht ein buntes Miteinander.

Dann entsteht Gemeinschaft.

Dann entsteht Heilung.

Wir – jeder einzelne hat etwas Besonderes zu geben.

Wir haben nicht zwangsläufig immer recht.

Und

Das Leben ist kein Monolog.

Wir Menschen leben vom Austausch, vom Kollektiv, von Erzählungen, von Tipps, vom Miteinander.

Wir wachsen aneinander – stell Dir vor Du würdest alleine auf dem Mars leben…

Wie langweilig wäre das.

Du hättest zwar den gesamten Tag die Kontrolle – doch was würde es Dir nutzen?

Ich denke immer gerne an den Film Castaway mit Tom Hanks.

Was war es für eine Freude ein menschliches Gesicht auf einem Ball zu erkennen..

Wir brauchen Gemeinschaft, Freunde, jemanden der uns spiegelt, reflektiert, in den Arm nimmt.

Und das Gefühl von – ich bin nicht allein.

Denn das sind wir nicht.

Weisst Du – Kontrolle ist gut.

Doch ein kleiner Ausflug ins Vertrauen bringt uns oftmals zum nächsten Quantensprung.

Sich Hilfe zu holen ist nicht schlimm, oder eine Schande, es befruchtet, es bildet Brücken, es ist menschlich…

In diesem Sinne, wünsche ich Dir heute einen wertvollen Tag, mit ein wenig weniger Kontrolle

Deine Bettina